Freitag, 27. November 2015

90 mile beach - ein Blitzstart











Der Start zum Te Araroa Trail geht schneller als erwartet. Ich lande mitten in der Nacht, am Dienstagmorgen in Auckland. Ein paar Stunden versuche ich in einem Massagesessel zu schlafen, den Jetlag versuchen zu überlisten.

Am Morgen früh geht es erstmal nach Auckland hinein. Alle Geschäfte haben noch geschlossen, so dass ich mich entschliesse die paar Sachen, welche ich noch benötige weiter im Norden zu kaufen. Ein Busbillett ist übers Internet schnell gekauft. Ich frage mich nur wie man es ohne Internetverbindung machen sollte...

Die Fahrt dauert sechs Stunden. Der Jetlag setzt langsam doch ein und die Strecke ist wieder erwarten sehr kurvenreich. Es erinnert mich sehr an den Norden Mexikos. Überhaupt schaut es sehr verschieden von meinen Vorstellungen aus. Der Bus hat einen katastrophalen Getriebeautomaten verbaut. Es ruckelt die ganze Zeit. Das und die unendlichen Kurven fördern mein Befinden nicht gerade...

Der zweite Bus bis nach Kaitaia ist dann etwas angenehmer. Dafür fährt der Fahrer wie ein Henker...

In Kaitaia die finde ich dann sogar noch einen Shuttle der günstig ans Cape Reinga hochfährt. Eigentlich macht der eine Rundtour, doch wenn es genügend Platz hat, nimmt er auch Wanderer mit, welche zur "90 mile beach" starten. Es gibt auf dem Weg hoch sogar noch einen Besuch in einem alten Bernstein Schürfgebiet und einen Lunch. Da sag ich doch nicht "Nein".

Am Cape Reinga abgekommen ist leider nichts vom Postkarten-Motiv zu sehen. Nebel, stockdick. Man hört zwar das Meer ganz nah, sieht aber nichts.

Der erste Campground ist nur 12km entfernt. Ich denke mir nicht allzuviel dabei, doch am Abend bin ich von der nicht anwesenden Sonne verbrannt und schaue aus wie ein Hummer, frisch aus dem Kochtopf. Eine Holländerin hats noch extremer erwischt...

Am nächsten Morgen starte ich sehr früh. Ich möchte die restlichen 92km möglichst in zwei Tagen hinter mich bringen. Ich bin ja nicht unbedingt ein Strand- und schon gar kein Hitzefan. Um 12.20 Uhr bin ich schon beim nächsten Campground. Also weiter. Der nächste Platz ist in 30km. Irgendwann um 16 Uhr schmerzen meine Füße so extrem, dass ich mich einfach mal hinter den Dünnen hinlege. Ich döse gleich ein. An ein weiterkommen ist nicht mehr zu denken. Muskeln tun mir weh, die ich sonst noch nie gefühlt habe. Na dann gibt es morgen eben nochmals den gleichen Tag...

Heute starte ich schon um 5.30 Uhr. Ich weiß in ca. 15km gibt es einen Campground mit Wasser. Ich habe nur noch einen halben Liter... Zum Glück finde ich den doch sehr versteckten Campingplatz und kann meine Wasserflaschen wieder auffüllen. Noch 32km zu gehen. Meine Füße beginnen wieder zu schmerzen. Es ist echt brutal. Ich wusste, dass ich nach dem Appalachian Trail ziemlich Probleme mit meinen Füßen hatte, dachte aber, dass sich das dann schon legen würde. Dem ist wohl nicht so...
Ich hoffe dass ich das in den nächsten Tagen etwas in den Griff bekomme, denn eines ist mir klar: so wie es momentan schmerzt, kann ich unmöglich die ganze Distanz durchlaufen. Vielleicht hilft es in den nächsten Tagen etwas langsamer zu gehen. Die 90 mile beach habe ich immerhin in 2,5 Tagen statt in vier zurückgelegt...

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